Titel: Weihnachten mit Jolly Mäh / Verlag: Cocomico Records / Spielzeit: ca. 46 min / Sprecher: Suzan Erentok, Lea Clemens, Thomas Linden ua
Inhalt: Es ist Weihnachtszeit auf der Jolly Mäh Wiese. Wie jedes Jahr ist es wieder ganz schön kalt geworden. Da kuscheln sich Lucy und ihr kleiner Bruder Lenny gerne vor den warmen Kamin. Granny liest die Jolly Mäh Weihnachtsgeschichte vor und es gibt leckeren Advents-Apfel-Kuchen. Auch Jolly Sleepy und sein Freund Frosch finden einen Platz vor dem Kamin. Als überraschend Onkel Ben zu Besuch kommt, wird es aufregend für unsere Jolly Mäh Schafe.
Es gibt zahlreiche Spielzeugreihen, die sich bereits eine Hörspielumsetzung gefallen lassen mussten. Spontan fallen mir da „Barbie“ und „Regina Regebogen“ ein, aber auch die „Tranformers“, um nur einige zu nennen. Nun hat es also auch die Kuschelschafe von Nici erwischt. Ich sammele einige Nici Stofftiere, daher war ich neugierig auf die Hörspiele. In dieser Folge feiern die Nici Schafe also Weihnachten. Kennen muss man sie dafür nicht unbedingt. Die paar Schafe lernt man schnell kennen. Außerdem wird man ehe die Geschichte losgeht erstmal grundsätzlich eingenordet, mit wem man es zu tun hat. Mit einer Community (damit werden die Kinder sicher eine Menge anfangen können) friedliebender Schafe, die keinen Streit und keine Rivalität kennen, stets nett und hilfsbereit sind, und ntürlich in einer Herde zusammenleben. Schafe eben wie du und ich, so wird es gesagt. Boah, noch auffälliger konnte man die pädagogische Keule nicht einpacken, oder? Also, liebe Kinder, habt euch bloß alle lieb, sonst gehört ihr nicht zur Community.
Weihnachten bei den Jolly Mäh Schafen ist eine ausgesprochen gemütliche Angelegenheit. Es wird viel am Kamin gekuschelt, Weihnachtsgeschichten werden vorgelesen, Lieder gesungen und natürlich freuen sich Lucy und Lenny auf die Geschenke. Vieles dabei wurde den Tierchen entsprechend eingeschaft. Der Autor der Geschichte ist Schaf Dickens, die Geschenke bringt das Weihnachtsschaf und es gibt ein Lied namens „Jingle Mäh“ und ein Schneeschaf, das auf den Namen Frostie hört. Mir war das zwar etwas zu viel Schaf, aber die Ideen sind irgendwie auch ganz witzig. Ich hätte nie gedacht, dass sich klassische Figuren so leicht einschafen lassen. Erwachsene Hörer werden da einiges erkennen können. Junge Hörer finden das sicher einfach lustig.
Inhaltlich ist der Geschichte also nichts vorzuwerfen. Vom Ablauf her ein Weihnachtsabend wie aus dem Bilderbuch. Nur leider wollte bei mir trotzdem keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Daran konnten auch die Lieder nichts ändern, obwohl Weihnachtslieder mich sonst leicht in Weihnachtsstimmung versetzen. Mir fehlte das Urige, das dafür quasi zwischen den Zeilen der Dialoge durchklingen muss.
Den Erzähler eingeschlossen sind nur sechs Sprecher am Werke. Lea Clemens gibt eine liebe und pfiffige Lucy Mäh. Und Thandiwe Braun einen nicht minder liebenswerten Lenny Mäh. Karl-Heinz March klingt seiner Rolle als Sleepy Mäh meist ziemlich verpennt. Suzan Erentoks Stimme war mir allerdings etwas zu jung um ihr eine Großmutter Mäh abzunehmen.
Das Cover kündigt es schon an: in diesem Hörspiel warten viele Lieder auf die Hörer. In diesem Falle sind es Lieder, die an bekannte Weihnachtslieder angelehnt sind. Ich bin kein Fan von Liedern in Kinderhörspielen, geschweige denn von singenden Kindern, aber die Lieder hier kann man wirklich gut anhören. Die teilweise jungen Sänger verstehen ihr Handwerk.
Das Covermotiv strahlt die Weihnachtsstimmung aus, die bei mir beim Hören bedauerlicherweise nicht aufkommen wollte. Granny Mäh steht im Mittelpunkt, um sie herum haben sich die Kinder versammelt, Onkel Ben schmückt den Weihnachtsbaum und daneben knistert wohlig der Kamin. Ein wirklich schönes Motiv.
Fazit: Obwohl man hier einen Weihnachtsabend wie aus dem Bilderbuch erlebt, wollte bei mir keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Vielleicht war es doch ein paar Mal „Mäh“ zu viel. Alles was erzählt wird, ist so gemütlich, nur das Gefühl davon wollte einfach nicht aufkommen.